Amann Communications Fiona, die Texterin ... und aus Ideen werden Worte und mehr

Mehr Freizeit und weniger Arbeit.

So erfüllen Sie sich den Wunsch nach mehr Zeit für sich und Ihre Lieben.

Seien Sie ehrlich. Das Geld Ihrer Kunden nehmen Sie durchaus. Wenn nur die Sache mit der Gegenleistung nicht so mühsam wäre. Besser, Sie halten sich gleich die Kundschaft weit weg vom Leib. Wenn Sie nachfolgende Hinweise beherzigen, sollte Ihnen das nicht allzu schwer fallen.

Werbung ist teuer, ihre Wirkung ungewiss. Warum also Geld in Anzeigen oder Prospekte stecken? Falls Sie doch nicht umhinkommen, die Trommeln zu rühren, nehmen Sie auf gar keinen Fall professionelle Hilfe an. Wozu haben Sie jahrelang in Ihre Ehe investiert. Soll doch Ihre Frau den Werbebrief an unbekannte Neukunden texten. Rechnungen tippen kann sie schließlich auch. Was, Sie sind nicht verheiratet? Dann lassen Sie eben Ihre Bürotippse ran. Selbst Profis rechnen bei Werbebriefen nicht mehr als mit 2 bis 3 Prozent Erfolg. Wenn auch nur einer von 100 Werbebriefen halbwegs zu einem Auftrag führt, ist das Arbeit und Umsatz genug. Brauchen Sie etwa mehr?

Anzeigen vom Profi gestalten lassen? Pure Zeit- und Geldverschwendung. Auch Anzeigenverkäufer zeichnen fette, große Anzeigenrahmen. Schließlich werden sie vom Verlag für jeden Anzeigenmillimeter extra bezahlt. Und wer liest schon, was in der Anzeige steht. Niemand! Und wenn doch: Achten Sie penibel darauf, weder Name noch Adresse noch Rufnummer mitzuteilen.

Fast jeder surft täglich im Internet. Ja haben die denn nix Besseres zu tun? Sie können Ihre Kunden schließlich auch nicht virtuell bedienen. Noch müssen Sie händisch vor Ort die Kabel oder Rohre verlegen, Möbel bauen oder Autos verkaufen. Und falls Sie wirklich meinen, nicht länger an einer eigenen Website vorbei zu kommen, weil Ihre Mitbewerber auch schon längst drin sind: Der 16-jährige Neffe Ihres Schwippschwagers bastelt Ihnen für 100 Euro Taschengeld gewiss eine Website. Die ist zwar nicht wirklich aussagekräftig - dafür jedoch laut, bunt, blinkend, langsam und unsicher.

Was gibt es Spannenderes als große Geheimnisse. Also verraten Sie bloß nicht zu viel. Ein www.meine-Internetadresse.de auf dem Geschäftsauto ist schon auffällig genug. Wenn Sie jetzt auch noch andeuten, warum der Besuch Ihrer Website sich lohnt, sind Sie verloren. Im Interesse Ihrer Freizeit: Verzichten Sie völlig auf auffällige Firmenschilder an Gebäude oder Fahrzeug. Verwenden Sie um Himmels willen kein Logo, Signet oder Slogan, mit dem Kunden Sie einwandfrei identifizieren könnten.

Als Dienstleister und Handwerker sollten Sie telefonisch niemals erreichbar sein. Weder frühmorgens noch unter Tag. Lassen Sie den Anrufbeantworter oder Ihre Mailbox Ihre eigene Rufnummer wiederholen. Und melden Sie sich bloß nicht mit Firmennamen. Fritz Mayer oder Hans Wurst klingt viel persönlicher und "riecht" nicht nach einem Unternehmen. Nach zwei oder spätestens drei Anrufen wird selbst der hartnäckigste Interessent aufgeben.

Straffen Sie die Öffnungszeiten Ihres Ladens. Von 8:45 bis 11:35 und von 14:15 bis 16:20 sollte genügen - schließlich haben auch Sie das Recht auf angemessene Ruhepausen.

Termine sind nur etwas für unflexible Leute. Halten Sie sich besser penibel an Ihre eigene Zeitplanung und erscheinen Sie nur dann, wenn es Ihnen passt. Wo kämen Sie hin, wenn jeder dahergelaufene Kunde Fristen setzt. Werfen Sie ungeniert jegliche Pläne von Auftraggebern, Partnern, Vor- und Nacharbeiten über Bord. Was zählt, ist Ihre Arbeit. Alles andere kann warten.

Zeit ist Geld. Ihr Geld. Warum also schneller arbeiten, wenn dadurch nur Ihr eigener Verdienst schrumpft. Der pure Schwachsinn!

Kunden können ja so pedantisch sein. Lassen Sie sich davon bloß nicht irre machen. Pi mal Daumen ist im Handwerk noch immer genau genug. Wenn die Latte nach dreimaligem Zuschneiden noch immer zu kurz ist, stückeln Sie eben an. Oder lassen Sie sie ganz weg. Krumme Ecken und schiefe Wände zeugen von Charme und Ihrer Kreativität. Lassen Sie sich von Ihren Kunden um Himmels willen nicht ins Handwerk pfuschen. Davon verstehen die ohnehin nichts.

Seien Sie großzügig und runden Sie eigene Rechnungen grundsätzlich auf. Dabei gilt einmal mehr: Nicht kleckern. Klotzen!

Ignorieren Sie Beschwerden Ihrer Kunden und Kundinnen. Sollen die sich doch lieber um Küche, Kirche und Kinder kümmern, anstelle sich ungefragt in Ihre Geschäfte einzumischen.

Versenden Sie keine Festtags- oder Geburtstagsgrüße. Das ist alles nur teurer Firlefanz, der Ihre schlafende Kundschaft aufschreckt. Und das wollen Sie doch nicht wirklich, oder?

Für alle Handwerker, Händler, Handwerker oder Dienstleister, die sich - im Gegensatz zu oben Genannten - nur allzu gern von Interessenten und Kunden stören lassen, gelten alle Regeln ebenso - nur umgekehrt.

Erschienen Nov. 03 in gekürzter Form im Meistertipp