Amann Communications Fiona, die Texterin ... und aus Ideen werden Worte und mehr

Mit Zuckerbrot und Peitsche

Dezember ist' s. Während allerorten die Weihnachtsglocken klingeln, stimmen auch wir Texter ein ins Hohelied vom Kassensturz. Wenn Ihnen jetzt ein dickerer Posten mit "offenen Forderungen" entgegenschreit, hört die beste Weihnachtsstimmung auf. Steht hier doch rot auf weiß, dass es wieder einmal ganz Oberschlaue geschafft haben, Ihr mühsam aufgebautes Zahlungsmanagement aus den Angeln zu heben. Einfach so. Als gelten für sie weder Gesetze noch Regeln.

Wenn die, die freiwillig und zudem pünktlich zahlen, fast schon zur Minderheit gehören, läuft grundsätzlich etwas falsch. Und machen wir uns nichts vor: Wenn wir uns nicht selbst sofort und ganz massiv um unsere Außenstände kümmern - tun's andere gewiss nicht. Im Gegenteil: Kunde Vater Staat verursacht bei so manchem schlaflose Nächte. Das weiß auch die normale Kundschaft und schert sich einen Dreck um ungezahlte Rechnungen. Wissen Sie sich doch auf der sicheren Seite. Denn rechtlich korrekte Mühlen laufen langsam. Es vergehen Monate oder gar Jahre, bis unsereins ein bisschen von seinem wohl verdienten Geld sieht. Vielleicht. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sich wieder einmal nur die Juristen ins Fäustchen lachen. Können sie auch. Schließlich traut sich auch niemand, gerade diese um ihren Lohn zu prellen. Ist das der Stein der Weisen? Hart, aber gerecht durchgreifen, ohne Rücksicht auf die Person hinter dem Attribut "Kunde".

Justizia hat's gut. Sie wägt und handelt unabhängig - wir können es leider nicht. Wir dürfen es uns weder mit der Kundschaft verscherzen noch mit unserer Bank. So sehr wir insgeheim auch jenem Zimmermann zustimmen, der mit der Kettensäge einen von ihm errichteten, unbezahlten Dachstuhl wieder "abmontierte" - auch diese Wildwest-Methode ist nicht die richtige. Sie darf es nicht sein! Außerdem: Wie bitteschön, packe ich mein geistiges Eigentum wieder ein? Und zwar so, dass auch ein anderer nichts mehr davon hat? Ist der Text erst einmal aus der Hand gegeben, ist kaum nachzuprüfen, wo und wie er hinterher verwendet wird. Auch das wissen "linke Hunde"!

Bliebe noch ein Anruf beim Inkassobüro. Der Anblick schwarz behüteter, finsterer Gesellen hat schon so manchem säumigen Kunden den Geldbeutel geöffnet. Hört sich gut an, oder? Aber Halt! Auch hier hat der Gesetzgeber den rechtlichen Rahmen sehr eng gesteckt. Für die Gläubiger, wohlgemerkt.

Bald ist Weihnachten. Zeit, neue Töne anzuschlagen. Harmonische, dankbare Weisen beugen oft schon im Vorfeld gegen Zahlungsunlust vor. Gegen hartgesottene Schuldner helfen wahrscheinlich nur Knecht Ruprecht, eine große Portion Hartnäckigkeit und der lange Arm des Gesetzes.
Erschienen Dez. 03 in [Vorsicht]Starke Worte und im Meistertipp