Amann Communications Fiona, die Texterin ... und aus Ideen werden Worte und mehr

Vorwaschgang für den Copytest

Von Marc Seyn

Gehirnwäsche für den Copytest

„Gehirnwäsche für den Copytest“ verspricht viel. Ob der Autor Marc Seyn halten kann, was er verspricht? Der Untertitel „So schaffst du den Einstieg als Werbetexter“ verweist zu Recht auf die Zielgruppe des Buches: Anfänger, die bisher nichts oder nur wenig mit Werbung zu tun gehabt haben. Und die, fasziniert von der schönen bunten Werbewelt und überzeugt von der eigenen Kreativität, sich schon als neuen Shootingstar am Werbetexterhimmel sehen. Bevor es jedoch soweit ist …
Sie wissen es längst. Kreativität ist schön und gut. Doch ohne das Wissen, wie man gezielt kreative Lösungen produziert (auch unter Zeitdruck), ist alles nichts. Das ist auch die erste Erkenntnis, die der Leser bei diesem Buch gewinnt. Denn die Aufgabenstellungen sind aus der Praxis gegriffen und dementsprechend anspruchsvoll. Woher also die Lösung nehmen?

Hilfe naht in zweierlei Form.

Zunächst erklärt der Autor, worauf es bei der Aufgabe tatsächlich ankommt. Dazu nun ein Beispiel aus einem Copytest von Young & Rubicam:

„Bitte denken Sie sich einen Funkspot für „Kidclean“ aus, die erste Seife speziell für Kinder. Er soll 30 Sekunden lang sein.“

Und nun Seyns Erklärung zur Aufgabe:

„Ob Kidclean wirklich die erste Kinderseife ist, sei dahingestellt. Von Nivea gibt es ein ähnliches Produkt nämlich schon seit einiger Zeit. Die „Pflegeseife für Kids“ ist mild und pflegend, extra-cremig und schäumt wie verrückt. Ein fruchtiger Duft und eine anregende Farbe geben den Kindern den absoluten Kick. Gekauft wird die Seife aber immer noch von den Eltern – das solltest du berücksichtigen, indem du keinen kindischen Spot textest.“

Ein Blick auf den „Denkzettel“ bringt die Kreativität hoffentlich zusätzlich in Schwung:

„Seife- Kernseife – Wasser – warm – reinigend – Schmutz – Öl – Dreck – sauberes Gefühl – Duft – brennt in den Augen – Kinder sträuben sich – genervte Eltern.“

Es folgen drei Lösungsvorschläge, die allesamt schwach sind und damit nicht wirklich als Vorbild dienen. Kein Wunder also, wenn der Autor den zukünftigen Texter auffordert, einen besseren Vorschlag zu finden. Doch einen wirklich guten Tipp, wie das zu schaffen ist, bleibt er uns allen schuldig.

Ist das zu viel verlangt? Vermutlich ja! Denn Gehirnwäsche für den Copytest ist kein Werbetexter-Lehrbuch. Sondern eine gut recherchierte Sammlung von Copytestaufgaben. Ein Buch, das zukünftigen Werbetextern und Copytestkandidaten die Augen öffnet und dazu beitragen kann, die Spreu vom Weizen zu trennen. Denn diejenigen, die sich tatsächlich berufen fühlen, werden wissen, was sie zu tun haben: Lernen und üben, üben, üben. Alle anderen fallen ohnehin durch: beim Copytest und in der freien Werbetexterpraxis sowieso.

Hilfreich allemal sind Seyns Buchempfehlungen, Links zu Copytests im Internet und die praktischen Hinweise, wie man sich als Copytest-Kandidat am besten der Aufgabe nähert.

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